Rasensorten: Welche Grasarten passen zu Ihrem Rasen?

Mulder Retail|Veröffentlicht am

Lernen Sie die wichtigsten Grasarten wie Deutsches Weidelgras, Rotschwingel und Wiesenrispe kennen und erfahren Sie, welche Mischung zu Ihrem Rasen passt. 

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Welche Rasensorten gibt es und worin unterscheiden sie sich? Wer Rasensamen kaufen möchte, stößt schnell auf Begriffe wie Deutsches Weidelgras, Rotschwingel, Wiesenrispe oder Rohrschwingel. In diesem Artikel geht es um diese einzelnen Grasarten und ihre Rolle in einer Rasenmischung.

Jede Grasart bringt eigene Eigenschaften mit. Manche keimen besonders schnell, andere bilden eine dichte Grasnarbe, vertragen Schatten besser oder kommen mit Trockenheit und Hitze besser zurecht. Deshalb besteht ein guter Rasen meist nicht aus einer einzigen Art, sondern aus einer passenden Mischung.

Welche Rasensorten für Ihren Rasen geeignet sind, hängt vor allem von Standort, Nutzung, Belastung und Pflegeaufwand ab. Bei Samendirekt finden Sie viele Grasarten auch als Einzelsaat, wenn Sie gezielt nachsäen, eine Mischung ergänzen oder Ihren Rasen bewusst zusammenstellen möchten.

Die häufigsten Grasarten für Rasen im Überblick

Deutsche Bezeichnung

Lateinische Bezeichnung

Wichtigste Eigenschaften

Deutsches Weidelgras

Lolium perenne

Keimt schnell und wächst zügig an. Bildet eine belastbare, regenerationsfähige Grasnarbe.

Rotschwingel

Festuca rubra

Hat ein feines Blatt und bildet eine dichte Narbe. Wächst ruhig und ist vergleichsweise pflegeleicht.

Wiesenrispe

Poa pratensis

Bildet unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome. Entwickelt eine stabile, dichte und ausdauernde Grasnarbe.

Rohrschwingel

Festuca arundinacea

Wurzelt tief und ist trockenheitsverträglich. Hat ein kräftiges Wachstum und eine eher grobe Blattstruktur.

Raublättriger Schaf-Schwingel

Festuca brevipila

Ist genügsam und wächst auch auf mageren Standorten. Bildet eine eher feine bis mittelfeine, ruhige Grasnarbe.

 

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

Deutsches Weidelgras ist eine der wichtigsten Grasarten in Rasenmischungen. Es ist vor allem für seine schnelle Keimung bekannt und kann unter guten Bedingungen bereits nach wenigen Tagen sichtbar auflaufen. Das macht Lolium perenne besonders wertvoll, wenn eine Fläche schnell wieder grün werden soll.

Die Grasart ist stark belastbar und verträgt regelmäßiges Betreten, spielende Kinder, Haustiere und sportliche Nutzung sehr gut. Deshalb ist Deutsches Weidelgras ein zentraler Bestandteil vieler Mischungen für Nachsaat, Sport- und Spielrasen sowie Gebrauchsrasen.

Auch das Regenerationsvermögen ist hoch. Wird die Grasnarbe beschädigt, kann sich das Gras bei guter Pflege schnell wieder erholen. Es ist jedoch weniger geeignet für schattige Standorte, da es sich bei wenig Licht langfristig schlechter behauptet.

Optisch ist Lolium perenne etwas gröber als typische Zierrasenarten wie Rotschwingel. In der Praxis wird es daher häufig mit anderen Arten kombiniert, zum Beispiel mit Wiesenrispe für einen robusten, belastbaren Rasen.

Deutsches Weidelgras - Lolium perenne

Rotschwingel (Festuca rubra)

Rotschwingel ist eine wichtige Grasart für feine, dichte und optisch hochwertige Rasenflächen. Festuca rubra bildet schmale Blätter, wächst ruhig und hat einen vergleichsweise geringen Pflegebedarf. Dadurch ist er besonders interessant, wenn ein gepflegter, gleichmäßiger Raseneindruck im Vordergrund steht.

Eine weitere Stärke ist die Schattentoleranz. Rotschwingel kann sich auch an Standorten mit weniger direkter Sonne gut behaupten, etwa unter Bäumen, an Hauswänden oder in halbschattigen Gärten. Für stark beanspruchte Flächen ist er jedoch nur bedingt geeignet, da er Betreten weniger gut verträgt als Deutsches Weidelgras oder Wiesenrispe.

Innerhalb von Rotschwingel gibt es mehrere Unterarten. Festuca rubra rubra bildet Ausläufer und kann kleinere Lücken besser schließen. Festuca rubra commutata wächst horstbildend und sorgt für eine besonders feine, dichte Struktur. Festuca rubra trichophylla liegt zwischen diesen Formen, ist fein, anpassungsfähig und unterstützt auch bei schwierigeren Bedingungen eine stabile Grasnarbe.

Diese Unterschiede zeigen, warum ein Vergleich von Rasensorten sinnvoll ist. In hochwertigen Mischungen werden die Unterarten gezielt kombiniert, um Feinheit, Dichte und Standorttoleranz miteinander zu verbinden.

Rotschwingel (Festuca rubra)

Wiesenrispe (Poa pratensis)

Wiesenrispe ist eine wertvolle Grasart für stabile und belastbare Rasenflächen. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Bildung von Rhizomen. Das sind unterirdische Ausläufer, aus denen neue Triebe entstehen können. Dadurch breitet sich Poa pratensis seitlich aus und hilft, kleinere Lücken in der Grasnarbe zu schließen.

Diese Eigenschaft sorgt für eine dichte, feste und widerstandsfähige Grasnarbe. Deshalb spielt Wiesenrispe vor allem in Mischungen für Sport-, Spiel- und Gebrauchsrasen eine wichtige Rolle. Auch bei Hitze und Trockenheit zeigt sie gute Eigenschaften, sofern der Rasen insgesamt richtig gepflegt wird.

Wiesenrispe braucht jedoch Geduld. Sie keimt und etabliert sich langsamer als Deutsches Weidelgras. Deshalb wird Poa pratensis häufig mit Lolium perenne kombiniert. Deutsches Weidelgras sorgt für eine schnelle Begrünung, während die Wiesenrispe langfristig für Stabilität, Dichte und Regenerationskraft sorgt.

Wiesenrispe - Poa pratensis

Rohrschwingel (Festuca arundinacea)

Rohrschwingel wird durch trockenere und heißere Sommer immer wichtiger. Festuca arundinacea bildet tiefe Wurzeln und kann Wasser aus tieferen Bodenschichten nutzen. Dadurch bleibt diese Grasart bei Trockenheit oft länger vital als viele flachwurzelnde Arten.

Rohrschwingel ist deshalb für sonnige Standorte, trockene Sandböden oder Gärten mit Südlage sehr interessant. In Trockenrasen-Mischungen spielt er häufig eine zentrale Rolle, besonders auf Flächen, die nicht dauerhaft bewässert werden sollen.

Auch bei Hitze ist Rohrschwingel stark. Optisch wirkt er jedoch gröber als feine Zierrasengräser und ist daher weniger geeignet, wenn ein besonders feiner, eleganter Rasen gewünscht ist. Wer vor allem einen robusten, trockenheitsverträglichen Rasen sucht, sollte diese Grasart unbedingt kennen.

Rohrschwingel - Festuca arundinacea

Raublättriger Schaf-Schwingel (Festuca brevipila)

Raublättriger Schaf-Schwingel, auch Hartschwingel genannt, ist eine genügsame Grasart für magere, trockene und pflegearme Standorte. Festuca brevipila wächst ruhig, kommt mit wenigen Nährstoffen aus und bildet eine eher feine bis mittelfeine Grasnarbe.

Die Art eignet sich vor allem für extensive Rasenflächen, Landschaftsrasen, Böschungen und Randbereiche, die nicht intensiv genutzt oder gepflegt werden. Für stark beanspruchte Rasenflächen ist sie weniger geeignet.

Ihre Stärken liegen im geringen Pflegebedarf, in der guten Trockenheitsverträglichkeit und in der Anpassung an nährstoffärmere Böden. In Mischungen kann sie helfen, ruhiges Wachstum, Anspruchslosigkeit und eine natürliche Optik miteinander zu verbinden.

Raublättriger Schaf-Schwingel - Festuca brevipila

Worauf sollte man beim Kauf von Rasensamen achten?

Beim Kauf von Rasensamen zählt nicht nur der Name der Mischung. Begriffe wie „Premiumrasen“, „Allround-Rasen“ oder „Berliner Tiergarten“ sagen wenig aus, wenn nicht klar ist, welche Grasarten tatsächlich enthalten sind. Entscheidend ist die Zusammensetzung.

Achten Sie vor allem auf drei Punkte: Standort, Nutzung und Pflegeaufwand. Liegt die Fläche in der Sonne, im Schatten oder auf trockenem Boden? Wird der Rasen nur gelegentlich betreten oder regelmäßig durch Kinder, Haustiere oder Sport belastet? Und möchten Sie intensiv pflegen oder eher eine robuste, pflegeleichte Lösung?

Gute Rasensamen zeigen transparent, welche Arten und Sorten enthalten sind. Vorsicht ist bei sehr günstigen Mischungen ohne klare Deklaration geboten. Sie können kurzfristig grün wirken, liefern aber nicht immer die gewünschte Dichte, Belastbarkeit oder Langlebigkeit.

Ein hilfreicher Qualitätsmaßstab sind RSM-Mischungen. RSM steht für Regel-Saatgut-Mischung und beschreibt Saatgutmischungen mit definierter Zusammensetzung für bestimmte Rasentypen. Das macht die Auswahl verlässlicher, besonders wenn der Rasen bestimmte Anforderungen erfüllen soll.

Wenn Sie noch unsicher sind, welche Mischung zu Ihrem Garten passt, hilft unser Ratgeber „Welches Rasensamen soll ich kaufen?” weiter. Bei Samendirekt finden Sie sowohl passende Rasenmischungen als auch einzelne Grasarten, wenn Sie gezielt nachsäen oder eine bestehende Mischung ergänzen möchten.

Häufige Fragen

Kann man einzelne Grasarten auch pur aussäen? 

Ja, einzelne Grasarten können pur ausgesät werden. Das ist sinnvoll, wenn Sie gezielt eine bestimmte Eigenschaft fördern möchten, zum Beispiel schnelle Keimung, Trockenheitstoleranz oder eine feinere Blattstruktur.

Für die meisten Rasenflächen ist jedoch eine Mischung besser. Diese kombiniert mehrere Eigenschaften und ist dadurch meist stabiler, dichter und anpassungsfähiger.

Kann man verschiedene Grasarten selbst mischen?

Ja, das ist möglich. Sie sollten jedoch wissen, welche Arten zusammenpassen und wie sie sich entwickeln. Schnell wachsende Gräser können langsamere Arten sonst verdrängen.

Selbst mischen lohnt sich vor allem, wenn Sie ein klares Ziel haben und die Eigenschaften der einzelnen Rasensorten gut kennen.

Warum bestehen Rasenmischungen oft aus mehreren Grasarten?

Keine einzelne Grasart erfüllt alle Anforderungen perfekt. Ein guter Rasen soll schnell keimen, dicht wachsen, Belastung vertragen und zum Standort passen.

Rasenmischungen kombinieren verschiedene Stärken: zum Beispiel schnelle Keimung durch Deutsches Weidelgras, Stabilität durch Wiesenrispe, Feinheit durch Rotschwingel oder Trockenheitstoleranz durch Rohrschwingel.