Fingerhirse im Rasen bekämpfen

Brian Wallage|Veröffentlicht am

Nach einem ganzen Frühjahr voller Pflegearbeiten möchten Sie sicherlich keine unangenehmen Überraschungen. Lesen Sie deshalb genau nach, wie Sie Blutrote Fingerhirse erkennen, bekämpfen und vorbeugen können.

Wat te doen bij harig vingergras in je gazon?
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Wenn nach einem Frühjahr, in dem man sich mit vollem Einsatz dem Vertikutieren, Düngen und Mähen gewidmet hat, plötzlich Unkraut auftaucht, ist die Enttäuschung groß. Lesen Sie deshalb genau nach, wie Sie Blutrote Fingerhirse erkennen, bekämpfen und vorbeugen können 

Was ist Blutrote Fingerhirse und wie erkennt man sie? 

Die blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis) ist ein einjähriges Unkraut, das vor allem in den wärmeren Sommermonaten auftaucht. Ursprünglich stammt diese Grasart aus warmen Regionen, aufgrund der immer wärmer werdenden Sommer kommt sie aber auch immer häufiger in Gärten vor. Es handelt sich um eine äußerst opportunistische Pflanze, die an kahlen oder empfindlichen Stellen im Rasen sehr schnell wächst. 

Um die Blutrote Fingerhirse wirksam zu bekämpfen, muss man sie zunächst gut erkennen können. Glücklicherweise handelt es sich um ein Unkraut mit auffälligen Merkmalen: 

  • Behaarte Blätter und Stängel: Die Blätter und Stängel dieses Unkrauts sind deutlich behaart.
  • Auffällige Wuchsform: Wenn die Pflanze im August und September auftaucht, bildet sie dünne Ähren, die von einem Punkt aus wachsen. Dadurch sehen die Ähren oft wie kleine Hände mit langen Fingern aus.
  • Horizontale Ausbreitung: Während die meisten Gräser senkrecht nach oben wachsen, wächst die Blutrote Fingerhirse sternförmig und flach über dem Boden. Über die Stängel kann es auch neue Wurzeln bilden, wodurch es sich fest im Boden verankert.
  • Farbe: Wenn dieses Gras noch jung ist, hat es eine auffällige gelbgrüne Farbe. Dadurch fällt es in Rasenflächen mit einem tiefgrünen Rasen oft schnell auf. Im Herbst verfärbt sich die gesamte Pflanze rot-violett oder erhält einen bronzefarbenen Schimmer.  

Warum taucht die Blutrote Fingerhirse in Ihrem Rasen auf? 

Sie ist als Pionierpflanze bekannt. Pionierpflanzen stellen oft nur geringe Anforderungen an den Boden. Die einzigen Voraussetzungen, die die Samen der Blutroten Fingerhirse benötigen, sind direkte Sonneneinstrahlung und Wärme. Wenn Ihr Rasen dicht ist, erhalten die Samen kein Licht und keimen daher auch nicht. Das Vorkommen dieses Unkrauts ist also immer ein Zeichen dafür, dass der Rasen an diesen Stellen besondere Aufmerksamkeit benötigt.

Die wichtigsten Ursachen im Überblick: 

  • Kahle und lichte Stellen: Durch intensiven Fußverkehr, Spielgeräte, Vertikutieren oder Moosbekämpfung entstehen oft offene Stellen, an denen Sonnenlicht direkt auf den Boden fällt. 
  • Zu kurzes Mähen: Wenn Sie den Rasen kürzer als 4 cm mähen, dringt mehr Sonnenlicht bis zum Boden durch. 
  • Trockenheit: Viele Rasenflächen sind von sommerlicher Trockenheit betroffen. Während die meisten Gräser austrocknen oder sogar absterben, benötigt das Haarige Fingergras fast kein Wasser. Gerade die wärmeren Temperaturen sorgen zudem für ideale Bedingungen für dieses Unkrautgras. 
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Stickstoff und organischer Substanz im Boden führt dazu, dass andere Gräser zu wenig Widerstand leisten können.

So bekämpfen Sie die Blutrote Fingerhirse 

Wenn Sie die charakteristischen Büschel in Ihrem Rasen entdecken, können Sie die Blutrote Fingerhirse glücklicherweise gut selbst bekämpfen. Das ist auf verschiedene Arten möglich, oft ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. 

Im Rasen 

Wenn Sie die jungen Büschel dieser Pflanze in Ihrem Rasen entdecken, können Sie diese oft noch von Hand entfernen. In den Monaten Juni und Juli sind diese Büschel in der Regel noch klein und schlecht verwurzelt, sodass sie sich leicht mit einem Unkrautstecher aus dem Boden ziehen lassen. Werfen Sie die herausgezogenen Graspflanzen immer sofort in die Biotonne und niemals auf den Komposthaufen. So verhindern Sie, dass sich die Wurzeln und Samen verbreiten. 

Ist Ihr Rasen so groß, dass Sie die Unkräuter nicht mehr von Hand entfernen können? Dann konzentrieren Sie sich am besten darauf, Ihren Rasen kräftiger und dichter zu machen. Haariges Fingergras breitet sich nämlich vor allem an Stellen aus, an denen das Gras dünn oder geschwächt ist. Düngen Sie den Rasen bei Bedarf, vermeiden Sie zu kurzes Mähen und säen Sie kahle oder dünne Stellen neu ein. So gewinnt das gewünschte Gras die Oberhand und es bleibt weniger Platz für die Blutrote Fingerhirse.

Zwischen Pflastersteinen 

Genau wie andere Unkrautgräser, beispielsweise Straßengras, kann Fingergras auch zwischen den Fugen von Pflastersteinen wachsen. Hier können Sie zu wirksameren Maßnahmen greifen, um das Unkraut loszuwerden. Wenn du einen Garten mit viel Pflaster hast, kannst du diese Graspflanzen oft problemlos mit einem Unkrautbrenner abbrennen. Sollte es hartnäckig wiederkehren, kannst du auch biologisch abbaubare Pflanzenschutzmittel einsetzen.  

Die Vorbeugung von Blutrote Fingerhirse im Rasen 

Da die Samen der Blutroten Fingerhirse jahrelang im Boden überdauern können, ist Vorbeugen besser als Bekämpfen. Die beste Bekämpfung ist daher eine optimale Rasenpflege. 

Mit den folgenden Tipps beugen Sie nicht nur der Blutroten Fingerhirse, sondern auch vielen anderen Unkräutern vor: 

Mähen Sie immer auf der richtigen Höhe: Im Sommer wächst das Gras viel schneller als im Rest des Jahres. Dennoch ist es wichtig, immer auf der richtigen Höhe zu mähen. Bei den meisten Rasenflächen sollte die Schnitthöhe nicht unter 4 bis 5 cm liegen. 

Sorgen Sie für ausreichend Feuchtigkeit: Gras hat es im Sommer aufgrund der Trockenheit oft schwer. Bewässern Sie daher in Trockenperioden nicht jeden Tag ein wenig, sondern ein- bis zwei Mal pro Woche intensiv und ausgiebig am Morgen oder Abend. So erhält das Gras ausreichend Wasser und Sie fördern eine tiefe Verwurzelung Ihres Rasens. 

Verbessern Sie die Bodenqualität: Trockene Sandböden sind ideal für Unkräuter wie die Blutrote Fingerhirse. Durch die Zugabe von organischem Dünger, Kompost oder Bodenverbesserern verbessern Sie die Bodenstruktur. So speichert der Boden nicht nur mehr Feuchtigkeit, sondern der Pflegeaufwand wird auch gesenkt. 

Düngen Sie rechtzeitig: Düngen Sie Ihren Rasen dreimal im Jahr mit einem Dünger, der auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt ist. So beugen Sie einem Nährstoffmangel im Boden vor, der zu kahlen Stellen führen kann. 

Entfernen Sie Rasenfilz und säen Sie kahle Stellen nach: Vertikutieren Sie im Frühjahr oder frühen Herbst, um Rasenfilz und Moos zu entfernen. Säen Sie kahle oder lichte Stellen sofort nach, damit sich Ihr Rasen schnell wieder dicht schließt. 

Häufig gestellte Fragen zu Blutroten Fingerhirse 

Kann man Blutrote Fingerhirse mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen? 

Nein, da Pflanzenschutzmittel gegen Gräser oft nicht selektiv wirken. Das bedeutet, dass sie auch das gesunde Gras bekämpfen. Dadurch entstehen noch mehr kahlen Stellen. 

Verschwindet Blutrote Fingerhirse im Winter von selbst? 

Ja, denn es ist eine einjährige Pflanze. Mit dem ersten Frost stirbt die einjährige Pflanze ab. Beachten Sie jedoch, dass im folgenden Jahr wieder neue Sämlinge auftauchen können. Wenn Sie nicht vertikutieren und kahle Stellen nicht nachsäen, kommt die Blutrote Fingerhirse im nächsten Jahr doppelt so stark zurück. 

Kann ich die Blutrote Fingerhirse einfach mähen? 

Nein, reines Mähen reicht in der Regel nicht aus. Die Stängel der Blutroten Fingerhirse wachsen flach über dem Boden. Die Messer des Rasenmähers gleiten daher einfach darüber hinweg.