Pilzkrankheiten im Rasen: erkennen und bekämpfen
In diesem Blog erfahren Sie alles über die häufigsten Pilzkrankheiten im Rasen und wie Sie diese am besten bekämpfen.
Wenn Sie stolz auf Ihren Rasen sind, möchten Sie ihn natürlich in einem gesunden Zustand sehen. Leider ist auch Ihr Rasen anfällig für verschiedene Pilzkrankheiten, die den optischen Wert erheblich beeinträchtigen können. Treten Pilze oder Krankheiten im Rasen auf, ist es wichtig, diese zunächst richtig zu erkennen, bevor gezielte Maßnahmen ergriffen werden können.
In diesem Blog erfahren Sie alles über die Ursachen, die häufigsten Pilzkrankheiten im Rasen sowie über wirksame Methoden zur Bekämpfung und Vorbeugung. Legen wir los.
Ursachen von Pilzbefall im Rasen
Rasenflächen können von Pilzen befallen werden, wobei es zahlreiche mögliche Ursachen gibt. Eine gestörte Wasseraufnahme der Graspflanze kann beispielsweise dazu führen, dass sie nicht ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann. In der Folge bildet das Gras tiefere Wurzeln, um dennoch an Wasser zu gelangen.
Durch diese tiefere Verwurzelung besteht jedoch die Gefahr, dass die feinen Haarwurzeln nach starken Regenfällen im Wasser ersticken. Bei anschließender Trockenheit trocknet die Pflanze aus, was ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten schafft.
Weitere Ursachen für Pilzbefall im Rasen oder im Grassamen sind unter anderem falsche Düngung, ein ungeeigneter pH-Wert des Bodens sowie starke Temperaturschwankungen.
Rotspitzigkeit im Rasen
Rotspitzigkeit ist eine Pilzkrankheit, die häufig durch Stickstoffmangel, schwache Wurzelbildung oder warme und feuchte Witterung entsteht. Typisch sind gelblich-braune bis rötliche Flecken im Rasen.
Die Krankheit ist gut erkennbar: Es erscheinen rote, fadenartige Grasreste in einem ausgelaugten, trockenen Rasen. Die befallenen Stellen haben zunächst etwa die Größe eines Tennisballs. Mit zunehmender Schwächung des Rasens entstehen kahle Stellen, die schnell von der Rotspitzigkeit übernommen werden. Ohne Gegenmaßnahmen kann sich der Pilz über den gesamten Rasen ausbreiten.

Rotspitzigkeit bekämpfen
Sobald Rotspitzigkeit erkannt wird, sollte schnell gehandelt werden. Gehen Sie dabei schrittweise vor:
-
Belüften Sie den Rasen, zum Beispiel mit einer Rasenlüftergabel. Alternativ kann zuvor vertikutiert werden.
-
Aktivieren Sie den Boden mit einem geeigneten Bodenverbesserer. Auf Lehmböden eignet sich Lavamehl besonders gut. Für sandige oder lehmige Böden sind ebenfalls geeignete Bodenverbesserer erhältlich.
-
Düngen Sie den Rasen mit einem stickstoffreichen Dünger. Eine zusätzliche Stickstoffgabe mit Blutmehl wirkt besonders schnell und verdrängt die Rotspitzigkeit effektiv. Gleichzeitig wird das Wachstum gefördert und auch andere unerwünschte Pflanzen wie Klee werden geschwächt.
Rotspitzigkeit vorbeugen
Vorbeugung ist die beste Maßnahme. Rotspitzigkeit lässt sich einfach vermeiden, indem der Rasen bereits im Juni mit einem stickstoffbetonten Dünger versorgt wird. Regelmäßige und ausgewogene Düngung sorgt ganzjährig für einen gesunden, vitalen Rasen.
Dollarflecken-Krankheit im Rasen
Die Dollarflecken-Krankheit ist eine weit verbreitete Rasenkrankheit, die durch verschiedene Pilzarten verursacht wird. Sie tritt vor allem bei feuchten Bedingungen und kühlen Temperaturen auf.
Der Name leitet sich von den kleinen, runden, braunen Flecken ab, die von einem silbrig schimmernden Rand umgeben sind und einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 5 Zentimetern haben. Anfangs erscheinen kleine Flecken, später verfärbt sich das Gras strohgelb.

Dollarflecken-Krankheit bekämpfen
Die Bekämpfung erfolgt durch:
-
Anwendung eines Rasendüngers mit höherem Stickstoffanteil oder Rasenkalk
-
Einsatz biologischer Fungizide, falls notwendig
Von aggressiven chemischen Mitteln wird abgeraten, da sie auch andere Pflanzen und Bodenorganismen schädigen können.
Dollarflecken-Krankheit vorbeugen
Die Krankheit lässt sich gut vorbeugen:
-
Regelmäßiges Mähen in der richtigen Schnitthöhe
-
Kein zu kurzes Mähen
-
Morgendliches Bewässern und Vermeidung von Staunässe
-
Entfernen von organischem Material zur Verbesserung der Luftzirkulation
-
Verwendung organischer Düngemittel
-
Auswahl pilzresistenter Gräser
-
Regelmäßige Kontrolle des Rasens
Mehltau im Rasen
Mehltau erkennt man an weißen, mehlartigen Belägen auf den Grashalmen. Er tritt vor allem im Frühjahr und Herbst bei hoher Luftfeuchtigkeit auf und verbreitet sich über Sporen sehr schnell. Feuchte Bedingungen, warme Tage und kühle Nächte fördern sein Wachstum.
Mehltau bekämpfen
Mehltau verschwindet oft von selbst, wenn die Temperaturen sinken. Wer schneller handeln möchte, kann Schwefel einsetzen, der fungizide Eigenschaften besitzt. Dieser sollte nur bei gemäßigten Temperaturen und auf trockene Pflanzen ausgebracht werden.
Alternativ können natürliche Mittel wie Neemöl, Natron oder Milch verwendet werden.

Mehltau vorbeugen
-
Verbesserung der Luftzirkulation durch Vertikutieren oder Belüften
-
Einhalten ausreichender Pflanzabstände
-
Regelmäßiges Mähen in geeigneter Höhe
-
Morgendliches Gießen
-
Reduzierung von Schatten
-
Entfernen organischer Rückstände
Schneeschimmel im Rasen
Schneeschimmel entsteht häufig bei Schnee oder langanhaltender Feuchtigkeit. Er zeigt sich durch runde, blassrosa bis braune Flecken im Gras, die sich schnell ausbreiten können. Besonders im Herbst und Winter tritt diese Krankheit auf.
Unter einer Schneedecke bleibt der Schneeschimmel oft unbemerkt, wird aber nach der Schneeschmelze sichtbar.

Schneeschimmel bekämpfen
-
Entfernen von organischem Material wie Laub oder Schnittgut
-
Verbesserung der Luftzirkulation
-
Vertikutieren zur Unterstützung des Rasens
Schneeschimmel vorbeugen
-
Verwendung resistenter Rasensorten wie Wiesenrispe
-
Vermeidung anfälliger Gräser wie Deutsches Weidelgras, Poa annua oder Straußgräser
-
Regelmäßige Pflege, gute Belüftung und angepasste Bewässerung
Rostkrankheiten im Rasen
Rostkrankheiten werden durch Pilze der Gattung Puccinia verursacht und treten bei feuchten Bedingungen auf. Man unterscheidet:
-
Kronenrost
-
Orangenstreifenrost
-
Braunfleckenrost
Diese Krankheiten schwächen den Rasen, verursachen Verfärbungen und Ausdünnung.

Rost bekämpfen
-
Einsatz geeigneter Pflanzenschutzmittel
-
Regelmäßiges Entfernen von Schnittgut
-
Belüften des Rasens
-
Vermeidung von Überwässerung
-
Entfernen stark befallener Pflanzenteile
Rost vorbeugen
-
Ausgewogene Düngung mit ausreichendem Kaliumanteil
-
Herbstdünger mit extra Kalium
-
Im Frühjahr stickstoffbetonte Düngung
-
Regelmäßiges Mähen in korrekter Höhe
-
Kein Mulchen bei bestehendem Rostbefall
Umfallkrankheit im Rasen
Die Umfallkrankheit, auch bekannt als Damping-off, Fußfäule oder Pythium, betrifft vor allem junge Keimlinge oder geschwächte Rasenflächen. Sie tritt besonders in feuchten, schlecht durchlässigen Böden auf.
Typisch ist eine dunkelgraue, schleimige Schicht auf dem Gras. Die Pflanzen welken, kippen um und sterben ab.

Umfallkrankheit bekämpfen und vorbeugen
-
Entfernen befallener Pflanzen
-
Verbesserung der Bodenstruktur
-
Vermeidung von Staunässe
-
Gute Luftzirkulation
-
Einsatz vorbeugender Fungizide bei Bedarf
Pilze im Rasen
Pilze im Rasen sind keine Krankheit, sondern ein natürliches Phänomen. Sie entstehen durch den Abbau organischen Materials wie Laub, Wurzeln oder Schnittgut. Ihr Auftreten ist ein Zeichen für ein gesundes Bodenleben.
Pilze schaden dem Rasen nicht und verschwinden meist von selbst. Wer sie dennoch entfernen möchte, kann sie vorsichtig von Hand herausziehen. Dabei sollten immer Handschuhe getragen werden, da einige Pilze giftig sein können.

Ein gut gepflegter Rasen ist deutlich weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Manche Pilze lassen sich nicht vollständig vermeiden, doch bei frühzeitigem Erkennen bleibt der Schaden meist gering.
Haben Sie nach dem Lesen dieses Artikels noch Fragen? Dann wenden Sie sich gerne an Samendirekt. Unsere Spezialisten helfen Ihnen gerne weiter.
Rotspitzigkeit im Rasen bekämpfen
Schneeschimmel im Gras behandeln
Mehltau bekämpfen: praktische Tipps