Wildgräser im Rasen erkennen, bekämpfen und vorbeugen
Was sind Wildgräser? Welche Arten gibt es und wie erkennt man sie? Lesen Sie hier alles über Wildgräser und erfahren Sie, wie Sie Wildgräser bekämpfen und vorbeugen können!
Man begegnet ihnen überall: Wildgräser, Straßenrispe oder Quecke. Es handelt sich dabei um einige der am häufigsten vorkommenden Grasarten. Im Rasen jedoch sind sie meist unerwünscht. Die Farbe von Wildgräsern unterscheidet sich deutlich von der von klassischen Rasengräsern. Sie ist meist hellgrün statt dunkelgrün. Aus der Entfernung wirkt es dann, als hätte der Rasen fleckige Stellen.
Wildgräser keimen bereits bei niedrigen Bodentemperaturen. Beschädigte Rasenflächen und Sportplätze sind daher besonders anfällig, da Wildgräser schneller keimen als herkömmliche Rasensamen. Ein weiterer Nachteil ist ihr hoher Nährstoffbedarf. Wildgräser entziehen dem Boden viel Wasser und Nährstoffe. Bei Nährstoffmangel beginnen sie verstärkt Samenstände zu bilden, um ihr Überleben zu sichern. Das Ergebnis ist ein stark wuchernder Wildgrasbefall im Rasen.
Was sind Wildgräser?
Wildgräser sind Grasarten, die ähnlich wie Unkraut bevorzugt auf kahlen oder geschwächten Stellen im Garten auftreten. Sie bilden schnell Samen, die durch Wind oder Vögel in den Garten gelangen. Oft lässt sich also nicht verhindern, dass Wildgrassamen unbemerkt in den Rasen gelangen.
Wie erkennt man Wildgräser im Rasen?
Wildgräser wie Straßenrispe oder Hühnerhirse besitzen meist eine breite, ausladende Wuchsform. Viele Arten wachsen horstig und flach am Boden. Dadurch sind sie oft schon aus der Ferne erkennbar, insbesondere wegen ihrer hellgrünen Farbe. Mit der Zeit entwickeln sie Samenhalme. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, vermehren sich die Pflanzen sehr schnell.
Arten von Wildgräsern
Um Wildgräser gezielt zu entfernen, ist es wichtig zu wissen, mit welcher Art man es zu tun hat. Nachfolgend findest du die häufigsten Wildgräser im Überblick.
Straßenrispe
Die Straßenrispe ist wohl das bekannteste Wildgras. Diese einjährige Grasart wächst nicht nur in Fugen, sondern auch im Rasen selbst. In den Niederlanden ist sie weit verbreitet in Gärten, Wiesen, Sportplätzen und auf Golfanlagen.
Straßenrispe wächst horstig, hat hellgrüne Halme und bildet an der Spitze kleine, weißliche Samenrispen. Sie benötigt viele Nährstoffe und gedeiht besonders gut auf feuchten, nährstoffreichen Böden.

Straßenrispe – Poa annua
Hühnerhirse
Hühnerhirse ist ein grob strukturiertes Gras, das besonders in neu angelegten Rasenflächen Probleme verursacht. Sie tritt vor allem im Sommer auf. Typisch sind kräftige Horste, breite Blätter mit weißer Mittelrippe und ein rötlich-violetter Stängel.
Wie die Straßenrispe bevorzugt auch die Hühnerhirse nährstoffreiche Böden. Im Gegensatz zu vielen anderen Wildgräsern besitzt sie ein relativ großes Wurzelsystem und entzieht dem Boden viel Wasser und Nährstoffe.
Durch eine Herbstaussaat von Rasen kann das Auftreten reduziert werden. Bei einer Frühjahrsaussaat empfiehlt sich die Anlage eines falschen Saatbetts.

Europäische Hühnerhirse – Echinochloa crus-galli
Behaarte Fingerhirse
Die behaarte Fingerhirse, auch Blut-Hirse genannt, ist ein einjähriges Wildgras mit sehr aggressivem, horstigem Wachstum. Sie verdrängt schnell gewünschte Rasengräser und kann zu einer regelrechten Plage werden.
Typisch sind lange Stängel, kurze Blätter und eine feine Behaarung auf beiden Blattseiten. Sie tritt häufig entlang von Pflasterkanten auf. Die Bekämpfung erfolgt durch Ausstechen oder durch häufiges Mähen, wodurch die Pflanze geschwächt wird.

Behaarte Fingerhirse – Digitaria sanguinalis
Wolliges Honiggras
Das Wollige Honiggras ist ein Rispengras, das bis zu einem Meter hoch werden kann. Es ist leicht an seinen graugrünen, behaarten Blättern zu erkennen. In der Blütezeit bildet es weiße bis violette Rispen.
Im Rasen tritt es zwar noch relativ selten auf, wird jedoch aufgrund milder Winter zunehmend häufiger. Taucht es auf, verdrängt es andere Gräser sehr schnell und sollte möglichst frühzeitig entfernt werden.

Wolliges Honiggras – Holcus lanatus
Raues Rispengras
Raues Rispengras besitzt raue Halme und graugrüne, glänzende Blätter. Es bildet oberirdische Ausläufer und wächst besonders gut unter feuchten Bedingungen sowie auf nährstoffreichen Böden.
Die Wahrscheinlichkeit eines Befalls lässt sich durch gute Drainage und regelmäßige Belüftung des Rasens verringern. Überdüngung sollte vermieden werden. Ist das Gras bereits vorhanden, hilft Ausstechen oder Vertikutieren.

Raues Rispengras – Poa trivialis
Wildgräser im Rasen bekämpfen
Wildgräser lassen sich gut bekämpfen, wenn frühzeitig gehandelt wird. Zwar entstehen dabei oft kahle Stellen, dennoch ist das Entfernen sinnvoll, um Krankheiten und weitere Ausbreitung zu verhindern.
Chemische Unkrautvernichter sind ungeeignet, da Wildgräser zur Familie der Süßgräser gehören und somit auch der Rasen geschädigt würde. Zudem sind viele klassische Mittel für den Privatgebrauch nicht mehr zugelassen.
Die effektivste Methode ist das vollständige Entfernen mitsamt der Wurzel. Da die meisten Wildgräser flach wurzeln, lassen sie sich relativ leicht ausziehen. Dies kann von Hand, mit Unkrautstecher, Grabegabel oder auch mit einem Unkrautbrenner erfolgen.
Bei schwachem Rasen kann Vertikutieren sinnvoll sein. Die Messer schneiden die flach wurzelnden Wildgräser ab und schwächen sie erheblich.
Regelmäßiges Mähen hilft ebenfalls. Mit Ausnahme der Straßenrispe vertragen die meisten Wildgräser keinen kurzen Schnitt. Durch häufiges Mähen werden sie geschwächt und sterben schließlich ab. Wichtig ist, das Schnittgut immer zu entfernen, da sich sonst Samen erneut verteilen. Mulchen sollte vermieden werden, solange Wildgräser vorhanden sind.
Auch zeitweiser Wassermangel kann helfen. Da Wildgräser flach wurzeln, trocknen sie schneller aus als Rasengräser. Anschließend können sie leicht entfernt und die Fläche neu eingesät werden.
Wildgräser im Rasen vorbeugen
Wildgräser nutzen vor allem kahle Stellen. Eine dichte, gesunde Grasnarbe ist der beste Schutz. Das bedeutet:
-
kahle Stellen schnell nachsäen
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regelmäßige Düngung
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konsequente Rasenpflege
Ebenso wichtig ist hochwertiges Rasensaatgut. In günstigen Mischungen ist manchmal Straßenrispe enthalten, was langfristig Probleme verursacht. Qualitativ hochwertige Rasensamen sind geprüft auf Keimfähigkeit, Reinheit, Feuchtigkeit und Gesundheit.
Eine Herbstaussaat bietet zusätzlichen Schutz, da sommerkeimende Wildgräser wie Hühnerhirse oder Fingerhirse dann keine Chance haben, sich gegenüber dem Rasen durchzusetzen.
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