Kompostieren: praktische Tipps für Einsteiger
Was ist Kompostieren eigentlich? Lesen Sie alles über das Kompostieren in unserem Leitfaden für Anfänger. Von geeigneten Materialien bis hin zu allen Schritten und Vorteilen.]
Kompostieren kann man lernen. Wichtig ist, dass du weißt, wie du diesen äußerst effektiven Zersetzungsprozess gezielt zur Verbesserung deines Gartens einsetzen kannst. Dieser Leitfaden „Kompostieren für Anfänger“ steckt voller Informationen für angehende Gärtner. Am Ende weißt du, wie du einen Komposthaufen anlegst, welche Materialien geeignet sind, wann du Kompost verwenden kannst und erhältst viele weitere Tipps und Tricks. Los geht’s.
Was ist Kompost?
Kompost ist das Produkt eines natürlichen Zersetzungsprozesses von Pflanzenresten wie Obst, Gemüse und Gartenabfällen. Während dieses Prozesses, der von Mikroorganismen und Pilzen durchgeführt wird, verwandelt sich Abfall in wertvollen Humus für den Boden. Das Ergebnis von Kompost im Garten ist ein gesunder Boden, ein blühender Garten und deutlich weniger Abfall.
Vor- und Nachteile des Kompostierens
Kompostieren hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Wir haben sie für dich übersichtlich zusammengestellt, damit du entscheiden kannst, ob diese Methode zu dir und deinem Garten passt.
Vorteile von Kompost:
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Kompost fördert das Bodenleben und verbessert die Bodenqualität
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Pflanzen werden widerstandsfähiger gegenüber Kälte und Krankheiten
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Fördert ein gesundes Pflanzenwachstum
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Der Boden trocknet in warmen Perioden weniger schnell aus
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Kompost im Rasen sorgt für gesünderes und kräftigeres Gras
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Kompost ist kostenlos und ersetzt teilweise Dünger
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Du reduzierst deinen Hausmüll erheblich
Nachteile von Kompost:
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Zu viel Kompost kann zur Auswaschung von Phosphor und Stickstoff führen
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Die Herstellung von Kompost benötigt Zeit
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Falsches Material kann Ungeziefer anziehen
Wie legt man einen Komposthaufen an?
Ein Komposthaufen entsteht durch das richtige Gleichgewicht zwischen stickstoffreichen und kohlenstoffreichen Materialien. Ideal ist ein Mischungsverhältnis von etwa 50 zu 50. Stickstoffreich sind zum Beispiel Gemüse- und Obstreste, Rasenschnitt und Kaffeesatz. Kohlenstoffreich sind unter anderem Laub, Stroh und Karton. Stickstoff beschleunigt den Zersetzungsprozess, während Kohlenstoff für Struktur sorgt und Gerüche reduziert.
Schritt 1: Den richtigen Standort wählen
Der Standort ist entscheidend. Ein guter Platz für den Kompost erfüllt folgende Kriterien:
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Schattig oder halbschattig
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Windgeschützt
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Gut erreichbar für Küchenabfälle
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Unbefestigter Untergrund mit Bodenkontakt
Zusätzlicher Tipp: Platziere den Komposthaufen nicht zu nah an Nachbargrundstücken, um mögliche Gerüche zu vermeiden.

Hier siehst du einen Kompostbehälter, der gut erreichbar ist, windgeschützt im Schatten steht und auf unbefestigtem Boden platziert wurde.
Schritt 2: Kompostmaterial sammeln
Geeignete Materialien sind:
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Rohe Küchenabfälle wie Obst und Gemüse
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Kaffeesatz
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Teebeutel
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Schnittabfälle
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Laub
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Stroh
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Gehölzschnitt
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Nussschalen
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Eierschalen
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Knollen und Wurzeln
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Schnittreste gesunder Pflanzen
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Mulch
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Getrockneter Rasenschnitt in Maßen
Um den Prozess zu beschleunigen, kannst du das Material klein schneiden oder zerkleinern.
Nicht kompostieren solltest du:
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Nicht organische Materialien
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Fleisch und Fisch
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Gekochte oder gebratene Speisen
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Käsereste
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Fette und Öle
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Kot von Fleischfressern
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Kranke Pflanzenreste
Ein Beispiel für gutes Kompostmaterial: Bananenschalen, Pflanzenreste, Kartoffelschalen usw.
Schritt 3: Den Kompost schichtweise aufbauen
Beginne mit einer luftigen Basis aus grobem Material wie Zweigen oder Stroh, um eine gute Belüftung zu gewährleisten. Danach wechselst du Schichten aus stickstoffreichem und kohlenstoffreichem Material ab. Diese Abwechslung verhindert Gerüche und Staunässe.
Beende den Komposthaufen immer mit einer kohlenstoffreichen Schicht, um Fliegen fernzuhalten. So kann der Kompost gut atmen und sich zu nährstoffreicher Erde entwickeln.
Schritt 4: Kompost richtig pflegen und beschleunigen
Achte auf folgende Punkte:
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Der Kompost sollte feucht, aber nicht nass sein. Ideal sind 50 bis 60 Prozent Feuchtigkeit, vergleichbar mit einem ausgewrungenen Schwamm
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Lockere den Haufen regelmäßig mit einer Stange auf, um Sauerstoff hineinzubringen
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Für einen zusätzlichen Schub kannst du einen Kompoststarter oder halb verrotteten Kompost hinzufügen
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Kompostwürmer sind äußerst hilfreich, da sie das Material schnell zersetzen und hochwertigen Kompost erzeugen
Schritt 5: Kompost verwenden
Nach etwa sechs bis zwölf Monaten ist der Kompost einsatzbereit. Er ist dann krümelig, dunkelbraun und riecht angenehm erdig. Du kannst ihn als Mulch rund um Pflanzen und Bäume verwenden, im Gemüsegarten einarbeiten oder unter die oberste Bodenschicht mischen. Eine natürliche Alternative zu Dünger.

Wann kann man Kompost ausbringen?
Grundsätzlich kann Kompost das ganze Jahr über verwendet werden. Besonders geeignet sind jedoch Frühling und Herbst. Im Frühjahr dient Kompost als Startdünger für das neue Wachstumsjahr. Auch im Rasen sorgt er für frisches, grünes Gras.
Im Herbst hilft Kompost dabei, den Boden winterfest zu machen und widerstandsfähiger gegen Kälte und Schnee.
Wie oft sollte man Kompost ausbringen?
In der Regel reicht eine Anwendung pro Jahr aus. In Gemüsegärten wird häufig zweimal jährlich kompostiert.
Wie viel Kompost pro Quadratmeter?
Als Faustregel gilt eine Schicht von 1 bis 2 Zentimetern. Im Gemüsegarten dürfen es 3 bis 5 Zentimeter sein. Eine zu dicke Schicht kann den Boden aus dem Gleichgewicht bringen.
Was kann kompostiert werden?
Eine Übersicht zeigt dir, welche Materialien geeignet sind und welche nicht.
Fazit
Kompostieren ist eine einfache und nachhaltige Methode, um deinen Garten zu verbessern und Abfall zu reduzieren. Mit dem richtigen Verhältnis, einem guten Standort und regelmäßiger Pflege entsteht wertvoller Kompost, der deinem Boden guttut. Hast du noch Fragen? Dann wende dich gerne an Samendirekt. Wir helfen dir gerne dabei, deinen Traumgarten zu verwirklichen.
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