23/04/2024 - 15:43
Letztes Update: 28/08/2025

Rasensamen säen: So geht's!

Das Säen von Rasen ist einfach – wenn man weiß, worauf es ankommt. Mit der richtigen Vorbereitung gelingt sowohl die Neuanlage als auch das Ausbessern kahler Stellen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie einen gesunden Rasen anlegen, der zuverlässig anwächst und dauerhaft gepflegt aussieht. In diesem Artikel erfahren Sie, wann und wie Sie Rasen säen sollten – und welche Produkte sich dafür am besten eignen.

Inhalt

Wie sät man Rasen? Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen robusten Rasen

Sie möchten einen neuen Rasen anlegen? Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie Ihren Boden optimal vorbereiten und dem Rasensamen den besten Start ermöglichen – von der Vorbereitung bis zur späteren Pflege.

Schritt 1: Den Boden vorbereiten

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis. Lockern Sie den Boden, ebnen Sie ihn und entfernen Sie Unkraut sowie Steine. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine schnelle und gleichmäßige Keimung – und beugen späteren Problemen wie kahlen Stellen, Moos oder schwacher Wurzelbildung vor.

So gehen Sie vor:

  • Alte Vegetation entfernen: Beseitigen Sie Unkraut, Moos und abgestorbene Grasreste mit einer scharfen Harke oder einem Vertikutierer.
  • Boden lockern: Graben oder fräsen Sie die oberste Schicht ca. 20 cm tief um. Das verbessert die Bodenstruktur und sorgt für ausreichend Luft im Wurzelbereich.
  • Fläche ebnen: Harken Sie den Boden glatt und entfernen Sie verbleibende Steine oder Klumpen. Stampfen Sie die Fläche anschließend leicht mit einer Walze oder durch festes Antreten.
  • Boden ruhen lassen: Wenn möglich, lassen Sie den Boden einige Tage setzen. Dadurch verringern Sie das Risiko von Senkungen. Harken Sie kurz vor der Aussaat die oberste Schicht nochmals leicht an.

Schritt 2: Boden düngen und kalken

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für einen kräftigen Rasen. Prüfen Sie daher vorab den Nährstoffgehalt und den Säuregrad, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen.

So gehen Sie vor: 

  • Bodentest durchführen: Ein Test liefert wichtige Informationen, unter anderem zum pH-Wert. Für Rasen ist ein Wert zwischen 5,5 und 7 ideal.
  • Kalken bei saurem Boden: Ist der Boden zu sauer, gleicht Kalk den pH-Wert aus und verbessert die Nährstoffaufnahme.
  • Düngen: Arbeiten Sie bei Bedarf organischen Dünger ein, um den Boden zusätzlich mit Nährstoffen anzureichern.

 

Hinweis: Dieser Schritt ist nicht immer notwendig. Wurde der Boden kürzlich verbessert und befindet sich in gutem Zustand, können Sie ihn überspringen.

Schritt 3: Grassamen auswählen und die richtige Menge bestimmen

Nicht jeder Rasen erfordert die gleiche Mischung. Ein Spielrasen muss vor allem robust sein, während ein Zierrasen durch feine Struktur und gepflegtes Aussehen überzeugt. Liegt Ihr Garten größtenteils im Schatten, empfiehlt sich eine spezielle Schattenmischung. Kurz gesagt: Die Wahl des Grassamens hängt sowohl von der Lage als auch von der Nutzung Ihres Rasens ab. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Welches Gras sollte ich kaufen?.

Richtwerte für die Saatgutmenge:

  • Neuanlage: ca. 40 g pro m²
  • Nachsäen oder Ausbessern: ca. 20 g pro m²

Die exakte Dosierung kann je nach Produkt variieren. Achten Sie deshalb immer auf die Angaben auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung auf unserer Website.

Praktischer Tipp: Wenn Sie den Rasen von Hand aussäen, teilen Sie die Samenmenge in zwei Portionen auf – eine für die Längsrichtung, eine für die Breite. So erreichen Sie eine gleichmäßige Verteilung und vermeiden kahle Stellen.

Schritt 4: Grassamen gleichmäßig verteilen

Damit Ihr Rasen gleichmäßig wächst, ist eine gleichmäßige Aussaat entscheidend. Teilen Sie die Samenmenge dazu in zwei Portionen. Säen Sie zuerst in geraden Bahnen längs und anschließend quer über die Fläche. Durch dieses kreuzweise Vorgehen vermeiden Sie kahle Stellen und verhindern, dass sich Samen ungleichmäßig ansammeln.

Die folgende Abbildung zeigt, wie Sie beim Säen in Bahnen vorgehen können, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen.

Säen Sie am besten an einem trockenen, windstillen Tag. Ist der Boden sehr ausgetrocknet, bewässern Sie ihn vorher leicht. Ein feuchter Untergrund sorgt dafür, dass die Samen besser haften und nicht verweht werden.

Schritt 5: Grassamen einkämmen und andrücken

Für eine erfolgreiche Keimung müssen die Grassamen guten Bodenkontakt haben. Liegen sie nur lose auf, können sie leicht verweht, weggespült oder von Vögeln gefressen werden. Durch leichtes Einharken und Andrücken bleiben die Samen an Ort und Stelle und können zuverlässig keimen.

  • Einharken: Harken Sie die Grassamen maximal 1 cm tief ein. Achten Sie darauf, sie nicht zu tief zu vergraben, da sie Sonnenlicht zur Keimung benötigen. Verwenden Sie breite, lockere Züge, damit die Samen gleichmäßig unter der obersten Erdschicht verteilt werden.
  • Andrücken: Drücken Sie den Boden anschließend vorsichtig an, um den Kontakt zwischen Samen und Erde zu verbessern. Auf kleineren Flächen eignet sich ein Holzbrett oder die Rückseite einer Harke, auf größeren Flächen eine Gartenwalze. So werden die Samen gleichmäßig fixiert, ohne verschoben zu werden.

Schritt 6: Aussaatfläche bewässern

Nach der Aussaat ist es entscheidend, die Samen gleichmäßig feucht zu halten. Verwenden Sie dafür am besten eine feine Sprühdüse oder eine Gartenspritze, um das Wasser sanft zu verteilen. Gießen Sie lieber mehrmals täglich kleine Mengen, statt einmal zu viel. So bleibt die oberste Bodenschicht konstant feucht – ideal für die Keimung – und verhindert zugleich, dass die Samen weggespült oder „ertränkt“ werden.

Sprühen Sie direkt nach der Aussaat und wiederholen Sie dies in den ersten Wochen regelmäßig. Je nach Wetterlage reicht es meist aus, ein- bis zweimal täglich zu wässern. Sobald die ersten Halme sichtbar werden, können Sie die Bewässerung schrittweise reduzieren.

Möchten Sie mehr Tipps? Dann lesen Sie auch unseren Blogbeitrag: Rasen sprühen

Rasen säen

Wann sollte man Rasen säen?

Die besten Zeitpunkte sind das Frühjahr und der Herbst. Im Frühjahr eignet sich meist der April oder Mai, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist. Oft ist jedoch der Herbst die bessere Wahl: Im September und Oktober ist der Boden noch warm vom Sommer, und gleichzeitig sorgt die feuchtere Witterung für ideale Bedingungen. Besonders günstig ist ein windstiller, leicht bewölkter Tag mit Regenwahrscheinlichkeit.

Wichtig: Grassamen keimen erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C. Optimal sind Temperaturen zwischen 15 und 25 °C. Liegt die Temperatur darunter, keimt das Gras deutlich langsamer oder gar nicht.

Eine ausführliche Erklärung zum idealen Aussaatzeitpunkt finden Sie in unserem Blog: Wann ist der beste Zeitpunkt, um Rasen zu säen?

Welchen Rasensamen soll ich wählen?

Je nach Nutzung und Lage Ihres Gartens sollten Sie eine Mischung wählen, die optimal zu Ihren Anforderungen passt. Im Folgenden finden Sie einige beliebte Varianten für unterschiedliche Einsatzbereiche:

  • Spielrasen: Robust, schnell wachsend und widerstandsfähig gegen intensive Beanspruchung. Ideal für Familien mit Kindern.

  • Sportrasen: Besonders strapazierfähig und für eine starke Nutzung geeignet – ob beim Sport, beim Spielen oder durch Haustiere.

  • Zierrasen: Feine, dichte Struktur mit dekorativer Wirkung. Weniger belastbar, dafür perfekt für alle, die Wert auf einen gepflegten, repräsentativen Rasen legen.

  • Schattenrasen: Entwickelt für Standorte mit wenig Sonne, wächst auch in schattigen Bereichen zuverlässig.
  • Reparaturrasen: Speziell für die schnelle Ausbesserung von kahlen oder beschädigten Stellen in bestehenden Rasenflächen.

Häufig gestellte Fragen zum Rasen säen

Wie tief sollten Rasensamen gesät werden?

Rasensamen gehören etwa 0,5 bis 1 cm tief in den Boden. Da Gras Licht zum Keimen benötigt, darf der Samen nicht zu tief liegen – sonst drohen verzögerte Keimung oder Ausfälle. Harken Sie die Samen daher leicht ein und achten Sie auf guten Bodenkontakt.

Kann man Grassamen einfach streuen?

Ja. Kleine Flächen bis ca. 50 m² können problemlos von Hand eingesät werden, solange Sie sorgfältig arbeiten. Für größere Flächen empfiehlt sich ein Handstreuer oder Streuwagen, mit dem die Samen gleichmäßiger und präziser verteilt werden.

Wie lange darf man nicht auf die Grassamen treten?

Warten Sie mindestens drei bis vier Wochen, bevor Sie den neuen Rasen betreten. In dieser Zeit entwickeln die jungen Halme ihre Wurzeln. Frühzeitiges Betreten kann den Keimprozess stören oder die zarten Pflanzen beschädigen.

Wie sät man Gras auf bestehendem Rasen?

Mähen Sie den Rasen kurz und lockern Sie kahle Stellen mit einer (Vertikutier-)Harke. Am besten säen Sie direkt nach dem Vertikutieren, da die Samen dann in der aufgelockerten Erde besonders gut keimen. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig, harken Sie sie leicht ein und drücken Sie sie vorsichtig an.

Mehr dazu in unserem Blog: Wie säe ich meinen Rasen nach?

Rasenrollen verlegen oder Gras säen?

Gras säen ist günstiger, natürlicher und umweltfreundlicher, erfordert aber Geduld. Rollrasen ist teurer und weniger nachhaltig, liefert jedoch sofort sichtbare Ergebnisse. Zudem bildet gesäter Rasen meist ein stabileres, tieferes Wurzelwerk

Lesen Sie mehr in unserem Blog: Gras säen oder Rasenrollen verlegen?

Pflege nach der Anlage eines neuen Rasens

Sie haben gerade einen neuen Rasen angelegt? Dann beginnt nun die entscheidende Phase: die richtige Pflege. Nur so entwickelt der Rasen tiefe Wurzeln, wächst dicht zusammen und bleibt dauerhaft gesund.

Rasen mähen:

Warten Sie mit dem ersten Schnitt, bis die Halme etwa 10 cm hoch sind. Kürzen Sie dabei nie mehr als ein Drittel der Länge. So bleibt das junge Gras kräftig. Achten Sie darauf, nur bei trockenem Wetter zu mähen und ein scharfes Messer zu verwenden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Düngen:

Die erste Düngung erfolgt nach etwa 6–8 Wochen, sobald der Rasen gut angewachsen ist. Verwenden Sie am besten einen organischen Rasendünger. Düngen Sie bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen, damit die Nährstoffe optimal aufgenommen werden. Beachten Sie stets die Dosierungsempfehlungen, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Pflege in den ersten Monaten:

Kontrollieren Sie Ihren Rasen regelmäßig. Entfernen Sie Unkraut sofort per Hand, damit es sich nicht ausbreitet. Halten Sie den Boden bei Trockenheit gleichmäßig feucht. Verzichten Sie auf starken oder dauerhaften Betritt, bis die Fläche vollständig geschlossen ist.

Persönliche Beratung

Das Anlegen von Rasen ist nicht schwer – die richtige Vorbereitung und Pflege machen den Unterschied. Haben Sie Fragen zu Rasensamen oder zur optimalen Vorgehensweise? Die Spezialisten von Samendirekt unterstützen Sie gerne mit praktischen Tipps und persönlicher Beratung.