Rasen nachsäen: So wird der Rasen wieder dicht
Rasen nachsäen leicht gemacht: Erfahren Sie, wann die beste Zeit ist, welche Reihenfolge sinnvoll ist und wie Ihr Rasen wieder dicht und gesund wächst.
Kahle Stellen, Lücken im Rasen, Moos oder Trockenschäden: Wenn der Rasen ungleichmäßig aussieht, ist nicht immer eine komplette Neuansaat nötig. Oft reicht es aus, den Rasen gezielt nachzusäen. So schließen Sie offene Stellen, verbessern die Rasendichte und sorgen dafür, dass Ihr Garten wieder gepflegt und gesund aussieht.
Wichtig ist vor allem die richtige Reihenfolge. Mähen Sie den Rasen zuerst kurz, entfernen Sie Moos und abgestorbene Pflanzenreste, vertikutieren Sie bei Bedarf, säen Sie anschließend gleichmäßig nach und halten Sie die Fläche gut feucht. Gedüngt wird je nach Situation entweder mit geeignetem Starterdünger oder erst später, wenn die jungen Gräser gut angewachsen sind.
Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Pflege wird aus einem lückigen Rasen wieder eine dichte, belastbare Grünfläche.
Wann sollte man Rasen nachsäen?
Die beste Zeit zum Rasen nachsäen ist im Frühjahr oder Herbst. Entscheidend ist dabei nicht nur der Monat, sondern vor allem die Bodentemperatur. Im Frühjahr eignet sich meist der Zeitraum von März bis Mai, sofern der Boden bereits warm genug ist. Besonders April und Mai sind häufig günstig, weil der Rasen in dieser Zeit aktiv wächst und sich neue Gräser gut entwickeln können.
Im Herbst ist die Nachsaat oft besonders erfolgreich: Von August bis Oktober ist der Boden noch warm, während die Luftfeuchtigkeit meist höher ist und die Fläche weniger schnell austrocknet. September gilt deshalb als besonders geeigneter Monat. Im Oktober ist eine Nachsaat ebenfalls noch möglich, solange die Temperaturen mild bleiben und die Bodentemperatur dauerhaft bei mindestens 10 °C liegt.
Im Sommer sollten Sie nur nachsäen, wenn Sie die Fläche zuverlässig und gleichmäßig feucht halten können. Bei extremer Hitze trocknen Samen und junge Keimlinge schnell aus.
Rasen nachsäen: die richtige Reihenfolge
Viele Fehler beim Rasen nachsäen entstehen durch eine falsche Reihenfolge. Wer einfach Samen auf den bestehenden Rasen streut, bekommt oft nur ein mäßiges Ergebnis. Die Samen brauchen Bodenkontakt, Feuchtigkeit und möglichst wenig Konkurrenz durch Moos, Rasenfilz oder Unkraut.
So gehen Sie richtig vor:
- Rasen mähen: Mähen Sie den Rasen auf etwa 3 bis 4 cm. So gelangt später mehr Licht an den Boden und die Samen können besser keimen.
- Schnittgut entfernen: Entfernen Sie das Schnittgut gründlich. Liegt es auf der Fläche, kann es die Rasensamen abdecken oder die Feuchtigkeit ungleichmäßig verteilen.
- Moos und Unkraut entfernen: Entfernen Sie Moos, Unkraut und lose Pflanzenreste. So verhindern Sie, dass die neuen Gräser direkt mit alten Problemstellen konkurrieren.
- Bei Bedarf vertikutieren: Ist eine deutliche Filzschicht vorhanden, können Sie den Rasen vertikutieren. Das öffnet die Grasnarbe und verbessert den Bodenkontakt.
- Boden lockern oder sanden: Bei harten, verdichteten oder lehmigen Böden sollten Sie kahle Stellen leicht auflockern. Bei Bedarf kann Rasensand helfen, die Bodenstruktur zu verbessern.
- Rasensamen gleichmäßig ausbringen: Verteilen Sie die Nachsaat gleichmäßig, am besten bei windstillem Wetter. Für größere Flächen ist ein Streuwagen hilfreich.
- Samen leicht einharken oder andrücken: Die Samen sollten nicht tief eingegraben werden, sie brauchen aber guten Bodenkontakt. Harken Sie sie leicht ein oder drücken Sie die Fläche vorsichtig an.
- Sanft bewässern: Wässern Sie mit einem feinen Sprühstrahl. Ein zu starker Wasserstrahl kann die Samen wegspülen.
- Später gezielt düngen: Verwenden Sie entweder einen passenden Starterdünger nach Produktangabe oder düngen Sie später, zum Beispiel nach dem Auflaufen der jungen Gräser oder nach der ersten Mahd.
Rasen vertikutieren und nachsäen
Rasen vertikutieren und nachsäen ist eine sinnvolle Kombination, aber nicht in jedem Fall notwendig. Vertikutieren hilft vor allem dann, wenn Moos, Rasenfilz oder eine verdichtete Grasnarbe verhindern, dass Wasser, Luft und Nährstoffe gut an den Boden gelangen.
Sie sollten vertikutieren, wenn:
- viel Moos im Rasen sitzt
- eine spürbare Filzschicht vorhanden ist
- die Grasnarbe sehr dicht und verfilzt wirkt
- Wasser schlecht einsickert
- kahle Stellen immer wieder auftreten
Nicht empfehlenswert ist Vertikutieren bei sehr jungen, schwachen oder frisch gestressten Rasenflächen. Dann kann die Maßnahme mehr Schaden als Nutzen bringen. Arbeiten Sie außerdem nicht zu tief. Es reicht, die Grasnarbe leicht anzuritzen. Vertikutieren ist kein Fräsen des Bodens.
Nach dem Vertikutieren sollten Sie Moos, Filz und Pflanzenreste gründlich entfernen. Erst dann wird nachgesät. Die Rasensamen brauchen direkten Kontakt zum Boden, sonst bleiben sie zwischen alten Pflanzenresten hängen und keimen schlecht.
Rasen sanden und nachsäen
Rasen sanden und gleichzeitig nachsäen kann sinnvoll sein, wenn der Boden hart, verdichtet oder lehmig ist. Sand verbessert die Durchlässigkeit, sorgt für eine lockere Bodenstruktur und kann helfen, kleine Unebenheiten auszugleichen.
Wichtig ist aber: Sanden ist keine Standardmaßnahme für jeden Garten. Wenn Ihr Boden bereits locker, humos und gut wasserdurchlässig ist, bringt zusätzliches Sanden oft wenig. Bei schweren Lehmböden oder verdichteten Stellen kann es dagegen helfen, die Fläche besser auf die Nachsaat vorzubereiten.
Gehen Sie dabei maßvoll vor. Lockern Sie kahle Stellen leicht auf, verteilen Sie eine dünne Sandschicht und arbeiten Sie diese vorsichtig in die obere Bodenschicht ein. Wenn die Fläche uneben ist, können Sie das Sanden mit dem leichten Egalisieren verbinden. Danach säen Sie nach und drücken die Samen vorsichtig an.
Rasen nachsäen und düngen: was zuerst?
Grundsätzlich können Rasensamen und Dünger gleichzeitig ausgebracht werden, aber nicht jeder Dünger ist dafür geeignet. Für junge Grassamen ist eine gleichmäßige, schonende Nährstoffversorgung wichtig. Deshalb sollte direkt bei der Nachsaat nur ein organischer Dünger oder ein spezielles Produkt für die Rasennachsaat verwendet werden.
Wenn Sie einen Kunstdünger verwenden möchten, warten Sie besser, bis der junge Rasen kräftiger ist. Eine gute Faustregel ist: erst düngen, wenn der Rasen bereits mehrmals gemäht wurde. Dann sind die Wurzeln besser entwickelt und können die Nährstoffe sicherer aufnehmen.
Möchten Sie Rasensamen und Dünger in einem Arbeitsschritt ausbringen? Dann wählen Sie ein geeignetes Kombiprodukt oder einen organischen Dünger, der ausdrücklich für die Anwendung bei der Aussaat oder Nachsaat geeignet ist.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Blog: „Kann ich Rasensamen und Dünger gleichzeitig ausbringen?“
Welche Rasensamen eignen sich zum Nachsäen?
Für die meisten kahlen Stellen und lückigen Rasenflächen ist Nachsaat-Rasensamen die beste Wahl. Diese Rasensamen sind speziell dafür entwickelt, bestehende Rasenflächen schnell zu reparieren. Sie keimen zügig, schließen offene Stellen zuverlässig und sorgen dafür, dass der Rasen wieder dichter und gleichmäßiger wirkt.
Verwenden Sie Nachsaat-Rasensamen vor allem dann, wenn Ihr Rasen grundsätzlich in Ordnung ist, aber einzelne kahle Stellen, Trockenschäden oder dünne Bereiche zeigen. Genau dafür ist diese Mischung gedacht: schnelle Regeneration ohne komplette Neuansaat.
Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Liegt die betroffene Fläche überwiegend im Schatten, zum Beispiel unter Bäumen, neben Hecken oder an der Nordseite des Hauses, ist Schattenrasen meist die bessere Wahl. Diese Rasensamen kommen mit weniger Licht besser zurecht und wachsen dort zuverlässiger als normale Nachsaatmischungen.
Bei sehr sonnigen, trockenen Standorten kann dagegen Trockenrasen sinnvoll sein. Das gilt besonders für Rasenflächen auf der Südseite, für Gärten mit viel direkter Sonne oder für Bereiche, die im Sommer schnell unter Hitze und Trockenheit leiden. Trockenrasen enthält Gräser, die mit längeren Trockenphasen besser umgehen können.
Achten Sie außerdem auf die Qualität der Mischung. Eine gute Orientierung bieten RSM-Rasensamen. RSM steht für „Regel-Saatgut-Mischung“ und bezeichnet Rasensamenmischungen mit geprüfter Zusammensetzung für bestimmte Einsatzbereiche. Das gibt Ihnen mehr Sicherheit, dass die Mischung wirklich zum gewünschten Zweck passt und nicht nur aus schnell wachsenden, aber weniger dauerhaften Gräsern besteht.
Pflege nach dem Nachsäen
Nach dem Nachsäen entscheidet die Pflege darüber, ob die Rasensamen zuverlässig keimen. Besonders wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit. Die oberste Bodenschicht darf in den ersten Wochen nicht austrocknen.
Wässern Sie frisch nachgesäte Flächen bei trockenem Wetter lieber kurz und regelmäßig statt selten und sehr stark. Ein feiner Sprühstrahl ist ideal, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Sobald das erste Grün sichtbar ist und die Gräser kräftiger werden, können die Bewässerungsabstände langsam verlängert werden.
Betreten Sie die Fläche möglichst wenig, bis die jungen Gräser gut angewachsen sind. Gerade in den ersten Wochen sind die Keimlinge empfindlich. Mähen Sie erst, wenn die jungen Halme etwa 8 bis 10 cm hoch sind. Beim ersten Schnitt sollten Sie nicht zu kurz mähen. Eine Schnitthöhe von etwa 5 cm ist sinnvoll.
Wenn die Samen nicht keimen, prüfen Sie zuerst die häufigsten Ursachen: War der Boden zu kalt? Sind die Samen ausgetrocknet? Wurden sie weggespült? Hatten sie ausreichend Bodenkontakt? Oft liegt das Problem nicht am Saatgut, sondern an Temperatur, Wasser oder Vorbereitung.
Häufige Fehler beim Rasen nachsäen
Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
- zu frühes Säen bei kaltem Boden
- Rasensamen ohne Bodenkontakt ausstreuen
- Moos, Filz oder Unkraut nicht vorher entfernen
- zu wenig oder unregelmäßig wässern
- die Fläche zu schnell wieder betreten
- zu früh oder zu kurz mähen
- zu viel Dünger verwenden
- ungeeignetes oder minderwertiges Saatgut wählen
- kahle Stellen behandeln, ohne die Ursache zu beseitigen
- bei extremer Hitze nachsäen, ohne regelmäßig zu bewässern
Wenn Sie diese Punkte beachten, erhöhen Sie die Chance auf eine gleichmäßige, dichte Rasennarbe deutlich.
Häufig gestellte Fragen
1. Wann ist die beste Zeit, um Rasen nachzusäen?
Die beste Zeit zum Rasen nachsäen ist im Frühjahr oder Herbst. Besonders geeignet sind April, Mai, September und Anfang Oktober, da die Bodentemperaturen dann meist hoch genug sind und der Boden nicht zu schnell austrocknet. Im Sommer ist Nachsäen nur sinnvoll, wenn die Fläche regelmäßig und gleichmäßig feucht gehalten wird.
2. Kann man direkt nach dem Vertikutieren Rasen nachsäen?
Ja, in der Regel kann man direkt nach dem Vertikutieren Rasen nachsäen. Entfernen Sie zuerst Moos, Rasenfilz und lose Pflanzenreste, damit die Rasensamen guten Bodenkontakt bekommen. Warten sollten Sie nur, wenn der Boden sehr trocken, stark verdichtet oder uneben ist. In diesem Fall die Fläche zuerst lockern, ausgleichen und leicht anfeuchten.
3. Kann man Rasensamen einfach auf bestehenden Rasen streuen?
Rasensamen nur auf den bestehenden Rasen zu streuen reicht meist nicht aus. Die Samen brauchen Bodenkontakt, Licht und gleichmäßige Feuchtigkeit. Mähen Sie den Rasen zuerst kurz, entfernen Sie Moos und lose Reste, lockern Sie kahle Stellen leicht auf und drücken Sie die Samen nach dem Ausstreuen vorsichtig an.
4. Wann darf man den Rasen nach dem Nachsäen wieder mähen?
Der Rasen sollte erst gemäht werden, wenn die jungen Gräser etwa 8 bis 10 cm hoch sind. Beim ersten Mähen sollte der Rasen nicht zu kurz geschnitten werden. Eine Schnitthöhe von etwa 5 cm ist sinnvoll, damit die jungen Halme nicht zu stark belastet werden.
5. Wie oft muss man den Rasen nach dem Nachsäen wässern?
Der frisch nachgesäte Rasen sollte in den ersten Wochen gleichmäßig feucht gehalten werden. Bei trockenem Wetter bedeutet das meistens, täglich kurz zu wässern, bei Wärme auch mehrmals am Tag. Wichtig ist, nur mit feinem Sprühstrahl zu beregnen, damit die Samen nicht weggespült werden.
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